Polyether- vs. Polyester-TPU: Ein technischer Vergleichsleitfaden für die Folienauswahl
Für das bloße Auge sehen Polyether- und Polyester-TPU-Folien identisch aus. Für Produktingenieure kann die falsche Wahl jedoch katastrophale Folgen haben.
Während Polyester (Ester) für seine Zähigkeit bekannt ist, hat es eine fatale Schwäche: Wasser. Polyether (Ether) hingegen hält Feuchtigkeit und Mikroben stand. Dieser Leitfaden schlüsselt den molekularen Vergleich zwischen Ether und Ester auf, um Ihnen bei der richtigen Entscheidung zu helfen.

1. Der entscheidende Unterschied: Chemie-Grundlagen
Der Unterschied liegt im Weichsegment der Polymerkette. Diese molekulare Unterscheidung bestimmt, wie das Material auf die Umwelt reagiert.
Polyether-TPU (Ether)
Basiert auf Etherbindungen. Diese Moleküle sind chemisch stabil und „hydrophob“, was bedeutet, dass sie Wasserangriffe natürlich abwehren und resistent gegen Pilzbefall sind.
Ether-TPU-Produkte anzeigen →Polyester-TPU (Ester)
Basiert auf Esterbindungen. Dicht gepackte Moleküle sorgen für eine hohe mechanische Festigkeit, sind jedoch anfällig für Zersetzung, wenn Wasser die Bindungen angreift (Hydrolyse).
2. Performance-Vergleich im Detail
Runde 1: Hydrolysebeständigkeit (Wasser & Feuchtigkeit)

Sieger: Polyether-TPU
Dies ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Wenn Sie Polyester-TPU einer feuchten Umgebung aussetzen (oder in Wasser eintauchen), brechen die Molekülketten mit der Zeit auf, wodurch die Folie reißt und zerfällt. Polyether-TPU ist praktisch immun gegen Hydrolyse.
Runde 2: Abriebfestigkeit & Zugfestigkeit
Sieger: Polyester-TPU
Polyester-Moleküle sind dichter gepackt, was ihnen eine überlegene physikalische Zähigkeit verleiht. Wenn Ihr Produkt ständigem Scheuern an rauen Oberflächen standhalten muss (wie bei einem Schuhobermaterial), bietet Polyester die bessere Verschleißfestigkeit.
Runde 3: Chemikalien- & Ölbeständigkeit
Sieger: Polyester-TPU
Wenn es um Industriechemikalien, Kraftstoffe und Öle geht, ist Polyester der stärkere Kandidat. Es ist resistent gegen Quellen und Abbau bei Kontakt mit Fetten. Polyether-TPU ist zwar stabil, kann aber bei längerer Einwirkung bestimmter Kohlenwasserstofflösungsmittel leicht aufquellen.
3. Die „Kurzübersicht“: Vergleichstabelle
| Polyester-TPU (Ester) Standard-Industriequalität | Polyether-TPU (Ether) Empfohlen für Automobil/Medizin |
|---|---|
| Hydrolysebeständigkeit: Begrenzt; anfällig für Hydrolyse bei längerer Einwirkung von Feuchtigkeit. | Hydrolysebeständigkeit: Exzellent; chemisch stabil gegenüber Feuchtigkeit. |
| Abriebfestigkeit: Herausragend; höchste Zähigkeit und Kratzfestigkeit. | Abriebfestigkeit: Gut; ausreichend für die meisten nicht-industriellen Anwendungen. |
| Chemikalien- & Ölbeständigkeit: Überlegen; ideal für den Kontakt mit Kraftstoffen und Fetten. | Chemikalien- & Ölbeständigkeit: Mäßig; kann bei längerer Exposition aufquellen. |
| Kälteflexibilität: Gut; in der Regel flexibel bis -20 °C. | Kälteflexibilität: Überlegen; bleibt weich bis -40 °C oder niedriger. |
4. Anwendungsleitfaden: Wann wird was verwendet?
✅ Wählen Sie Polyether (Ether), wenn Ihr Produkt:
- direktem Wasser, Feuchtigkeit oder Schweiß ausgesetzt ist.
- Biokompatibilität erfordert (medizinische Geräte).
- bei extremer Kälte eingesetzt wird (Winterausrüstung).
Ideal für: Wasserbälle, medizinische Wundverbände, Trinkblasen.

✅ Wählen Sie Polyester (Ester), wenn Ihr Produkt:
- maximale Reißfestigkeit und Abriebfestigkeit benötigt.
- in Kontakt mit Ölen, Kraftstoffen oder Lösungsmitteln kommt.
- für trockene Umgebungen bestimmt ist, in denen Kosteneffizienz entscheidend ist.
Ideal für: Förderbänder, Schuhobermaterialien, Industrieschürzen.

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